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Die Medizinische Gesellschaft OÖ zeigt sich zutiefst bestürzt über das Ableben von unserer Kollegin Dr. Lisa- Maria Kellermayr. Wir haben Frau Dr. Kellermayr im Rahmen unserer Fortbildungsreihe „Extramurale Versorgung von COVID Patienten- Was der/ die Allgemeinmediziner/-in wissen sollte“ im Dezember 2020 kennengelernt. Sie hat dabei einen exzellenten, sehr praxisnahen Vortrag über Visiten bei COVID Patienten im Rahmen des HÄND Dienstes abgehalten. Dr. Kellermayr war zu jener Zeit sicherlich eine der Kolleginnen, welche am meisten Visitendienste für ambulante COVID Patienten geleistet haben und so konnte sie aus erster Hand wertvolle Tipps für die über 200 Teilnehmer geben. So z.B. welche Maßnahmen beim Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung hilfreich sind oder wie Patienten mittels Pulsoximetrie und „Gehtest“ zu Hause auf Hospitalisierungskriterien gescreent werden können. Ferner sprach Sie sich schon zu diesem sehr frühen Zeitpunkt aufgrund Ihrer persönlichen klinischen Erfahrung für den Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden bei COVID Patienten aus, eine Empfehlung, welche später auch durch die Daten einer randomisiert kontrollierten Studie untermauert wurde (Anmerkung: derzeitige Datenlage insgesamt noch unschlüssig). Gerade in der Anfangszeit von COVID-19, in welcher es nur sehr wenig Studiendaten zur optimalen Behandlung gab, waren also Ihre Tipps und Behandlungsvorschläge für die Teilnehmer von immenser praktischer Bedeutung und spiegelten zu diesem Zeitpunkt die bestmögliche Evidenz (Erfahrungswissen) wider. Nicht nur vor einem Fachpublikum wie bei unserem Vortrag, sondern auch vor medizinischen Laien hat sich Dr. Kellermayr im weiteren Verlauf der Pandemie mit starker Stimme für evidenzbasierte Maßnahmen wie z.B.: die COVID- 19 Impfung stark gemacht. Dass diese Stimme aufgrund von Hass in Teilen unserer Gesellschaft nun für immer verstummt ist, macht uns betroffen und traurig. Wir werden unsere Kollegin Dr. Kellermayr als Vorbild in Erinnerung behalten. Ein Vorbild, das uns zeigt, dass man seine Stimme trotz widrigster Umstände für eine wissenschaftsbasierte Medizin einsetzen sollte.