Die medizinische Gesellschaft für Oberösterreich seit 1948

Forschungsförderung- Fortbildung- Netzwerk Mitglied werden
Nachruf der Medizinischen Gesellschaft OÖ

Dr. Lisa Maria Kellermayr

Die Medizinische Gesellschaft OÖ zeigt sich zutiefst bestürzt über das Ableben von unserer Kollegin Dr. Lisa- Maria Kellermayr. Wir haben Frau Dr. Kellermayr im Rahmen unserer Fortbildungsreihe „Extramurale Versorgung von COVID Patienten- Was der/ die Allgemeinmediziner/-in wissen sollte“ im Dezember 2020 kennengelernt. Sie hat dabei einen exzellenten, sehr praxisnahen Vortrag über Visiten bei COVID Patienten im Rahmen des HÄND Dienstes abgehalten. Dr. Kellermayr war zu jener Zeit sicherlich eine der Kolleginnen, welche am meisten Visitendienste für ambulante COVID Patienten geleistet haben und so konnte sie aus erster Hand wertvolle Tipps für die über 200 Teilnehmer geben. So z.B. welche Maßnahmen beim Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung hilfreich sind oder wie Patienten mittels Pulsoximetrie und „Gehtest“ zu Hause auf Hospitalisierungskriterien gescreent werden können. Ferner sprach Sie sich schon zu diesem sehr frühen Zeitpunkt aufgrund Ihrer persönlichen klinischen Erfahrung für den Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden bei COVID Patienten aus, eine Empfehlung, welche später auch durch die Daten einer randomisiert kontrollierten Studie untermauert wurde (Anmerkung: derzeitige Datenlage insgesamt noch unschlüssig). Gerade in der Anfangszeit von COVID-19, in welcher es nur sehr wenig Studiendaten zur optimalen Behandlung gab, waren also Ihre Tipps und Behandlungsvorschläge für die Teilnehmer von immenser praktischer Bedeutung und spiegelten zu diesem Zeitpunkt die bestmögliche Evidenz (Erfahrungswissen) wider. Nicht nur vor einem Fachpublikum wie bei unserem Vortrag, sondern auch vor medizinischen Laien hat sich Dr. Kellermayr im weiteren Verlauf der Pandemie mit starker Stimme für evidenzbasierte Maßnahmen wie z.B.: die COVID- 19 Impfung stark gemacht. Dass diese Stimme aufgrund von Hass in Teilen unserer Gesellschaft nun für immer verstummt ist, macht uns betroffen und traurig. Wir werden unsere Kollegin Dr. Kellermayr als Vorbild in Erinnerung behalten. Ein Vorbild, das uns zeigt, dass man seine Stimme trotz widrigster Umstände für eine wissenschaftsbasierte Medizin einsetzen sollte.

Was macht die MedGes?

Förderung von Fortbildung und Wissenschaft in allen Teilbereichen der Medizin

Erklärte Aufgabe der medizinischen Gesellschaft seit Ihrer Gründungszeit im Jahre 1948 ist die Förderung der Fortbildung der OÖ Ärzteschaft in allen Teilbereichen der Medizin. Zusätzlich zählt die Förderung der medizinischen Wissenschaft in Oberösterreich zu unseren zentralen Anliegen.

Wir laden Sie herzlich ein, Mitglied der Medizinischen Gesellschaft OÖ zu werden und so von den Vorteilen zu profitieren. Als größter Ärzteverein in OÖ mit Vertretern aus allen Teilbereichen sehen wir uns darüber hinaus als Netzwerk, welches im Sinne des Patientenwohls agieren soll.

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Univ. Prof. Prim. Dr. Martin Clodi

Präsident der MedGes OÖ 2021/22

Die Medizinische Gesellschaft für Oberösterreich hat sich dazu entschlossen, 5000 € an „Ärzte ohne Grenzen“ für die Ukrainehilfe zu spenden. „Ärzte ohne Grenzen“ ist seit 24. Februar Tag und Nacht im Einsatz, um humanitäre Nothilfe an den Bedarf in den Kriegsgebieten anzupassen. Laut Homepage werden Hilfsgüter geliefert, ChirurgInnen vor Ort gestellt, mobile Kliniken in die Ukraine geschickt und die Lage überblickt. Ebenso wird medizinische Hilfe an die Geflüchteten und deren HelferInnen in den grenznahen Regionen bereitgestellt.
Wir hoffen damit einen Beitrag zur humanitären Hilfe leisten zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Clodi
Präsident der Medizinischen Gesellschaft im Namen des Vorstandes

Stellungnahme der Medizinischen Gesellschaft für Oberösterreich:
Der Vorstand der Medizinischen Gesellschaft Oberösterreichs hat einstimmig beschlossen, ein Statement zur Impfung gegen COVID-19 zu machen. Der Vorstand ist für die COVID-19-Impfung und empfiehlt diese Impfung allen Personen in Österreich ab dem 5. Lebensjahr soweit dies von der Europäischen Union und dem Nationalen Impfgremium zugelassen und empfohlen wurde.

Die Impfungen mit den aktuell zugelassenen Impfstoffen (Comirnaty von Biontech/Pfizer, Spikevax von Moderna, Vaxzevria von AstraZeneca sowie Janssen von Janssen-Cilag/Johnson&Johnson) sind in den Zulassungsstudien sowie in den aktuell publizierten Daten zu den neuen Varianten explizit effektiv, auch wenn die Wirksamkeit gegenüber den neuen Varianten (Delta, Omikron) etwas eingeschränkt zu sein scheint.

Wir empfehlen daher den neuen Studien entsprechend explizit auch die Booster-Impfung für die Personengruppe, die dafür eine Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums bekommen hat.
Der Vorstand der Medizinischen Gesellschaft Oberösterreich